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Katze aus dem Tierheim: So gelingt die Eingewöhnung im neuen Zuhause

Die Entscheidung ist gefallen, die Besuche im Tierheim liegen hinter einem und der Schutzvertrag ist unterschrieben. Jetzt zieht die neue Samtpfote ein. Für die Menschen ist das ein Tag voller Vorfreude, für die Katze beginnt dagegen eine ziemlich aufregende Zeit. Sie verlässt eine Umgebung mit vertrauten Gerüchen, Geräuschen und Pflegern und landet an einem Ort, an dem zunächst alles fremd ist. Wie schnell sich ein Stubentiger einlebt, hängt deshalb weniger vom Zufall ab als von einer guten Vorbereitung und einer großen Portion Geduld.

Katze Tierheim

Bildquelle: Pixabay

Vor dem Einzug: Das Zuhause katzenfertig machen

Am besten steht alles Wichtige schon an Ort und Stelle, bevor die Katze ankommt. Dazu gehören ein Futterplatz, mindestens eine Wasserstelle, ein stabiler Kratzbaum, ein paar erhöhte Liegeplätze sowie zwei Katzentoiletten an ruhigen Stellen.

Viele Halter richten für die ersten Tage ein einzelnes, ruhiges Zimmer ein. So muss sich die Katze nicht gleich mit der ganzen Wohnung auseinandersetzen, sondern kann ihr neues Revier Schritt für Schritt erobern. Gekippte Fenster, offene Waschmaschinen, herumliegende Fäden und giftige Zimmerpflanzen sind echte Gefahrenquellen und sollten vorher gesichert oder entfernt werden. Es lohnt sich außerdem, im Tierheim nachzufragen, welches Futter und welche Streu die Katze bisher bekommen hat. Bleibt beides in den ersten Wochen gleich, fällt der Umzug ein ganzes Stück leichter.

Die ersten Tage: Ruhe statt Programm

Die Katze bestimmt das Tempo

Zu Hause angekommen, wird die Transportbox im vorbereiteten Raum abgestellt und die Tür einfach geöffnet. Ob die Katze sofort herausspaziert oder erst Stunden später, entscheidet sie selbst. Die Box darf ruhig eine Weile stehen bleiben, denn sie riecht vertraut und dient als sicherer Rückzugsort. Auch wenn es schwerfällt: Hinterherlaufen, Hochnehmen oder das Hervorlocken aus dem Versteck sind in dieser Phase tabu.

Vertrauen wächst langsam

Manche Tierheimkatzen streichen schon am ersten Abend schnurrend um die Beine, andere verbringen Tage hinter dem Sofa. Beides ist normal und hängt stark davon ab, was das Tier bisher erlebt hat. Hilfreich ist es, sich einfach mit ins Zimmer zu setzen, leise zu sprechen oder zu lesen und der Katze so zu zeigen, dass von den neuen Menschen keine Gefahr ausgeht. Wer sich tiefer einlesen möchte, findet in einer ausführlichen Broschüre zur Katze aus zweiter Hand viele praktische Hinweise für die ersten gemeinsamen Wochen.

Gesundheit von Anfang an im Blick behalten

Katzen, die aus einem Tierheim vermittelt werden, sind in aller Regel gechippt, geimpft und kastriert. Trotzdem empfiehlt sich ein erster Besuch beim eigenen Tierarzt, sobald sich die Katze etwas eingelebt hat. Dabei lässt sich der Impfstatus überprüfen und gemeinsam besprechen, wie es mit der Parasitenvorsorge weitergeht, etwa mit einer passenden Wurmkur für Katzen. Wichtig ist auch, die Transpondernummer in einem Haustierregister auf die eigene Adresse eintragen zu lassen, damit eine entlaufene Katze schnell wieder nach Hause findet.

Im Alltag lohnt sich ein aufmerksamer Blick: Frisst die Katze regelmäßig? Benutzt sie die Toilette? Sind Augen und Ohren sauber? Ein wenig Appetitlosigkeit nach dem Umzug kommt vor. Verweigert die Katze jedoch länger als einen Tag jede Nahrung, sollte unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden, da Katzen auf längeres Fasten sehr empfindlich reagieren.

Mit dem Einzug kommen auch finanzielle Fragen auf, an die viele zunächst gar nicht denken. Seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte fallen Rechnungen spürbar höher aus als früher, besonders bei Operationen, Zahnbehandlungen oder chronischen Leiden wie Nierenproblemen im Alter. Manche Halter legen deshalb jeden Monat einen festen Betrag zur Seite, andere entscheiden sich für eine Tierkrankenversicherung. Beim Vergleich sind vor allem Wartezeiten, die Erstattung bis zum vierfachen GOT-Satz und die freie Tierarztwahl wichtig. Wie ein solcher Tarif aufgebaut sein kann, zeigt etwa die Katzenkrankenversicherung der DA Direkt, die neben Operationen auch Vorsorge wie Impfungen berücksichtigt. Da bereits bekannte Erkrankungen bei solchen Verträgen in der Regel ausgeschlossen sind, ist ein früher Abschluss gerade bei einer Tierheimkatze mit nicht ganz lückenloser Vorgeschichte sinnvoll.

Wenn schon Tiere im Haushalt leben

Wohnt bereits eine Katze oder ein Hund in der Familie, braucht die Zusammenführung besonders viel Fingerspitzengefühl. Zunächst lernen sich die Tiere nur über den Geruch kennen, etwa indem Decken oder Spielzeug getauscht werden. Erst danach folgt der Sichtkontakt, zum Beispiel durch ein Gitter oder eine halb geöffnete Tür. Fauchen und Knurren gehören dazu und sind kein Grund zur Sorge, solange es nicht zu ernsthaften Kämpfen kommt. Genügend Rückzugsorte, getrennte Futternäpfe und eine zusätzliche Katzentoilette entschärfen viele Konflikte von vornherein.

Bis aus der schüchternen Neuen ein selbstbewusstes Familienmitglied geworden ist, können Wochen oder sogar Monate vergehen. Oft sind es kleine Momente, die zeigen, dass das Eis gebrochen ist: das erste langsame Blinzeln vom Kratzbaum herunter, ein sanfter Kopfstoß gegen die Hand oder das Nickerchen mitten auf dem Sofa, an dem die Katze anfangs nur misstrauisch vorbeigeschlichen ist. Und genau dort beginnt meist eine Freundschaft, die viele Jahre hält.